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Kubismus in Prag - Eine Einführung

Pablo Picasso - Porträt von Juan Gris, Quelle: Wikimedia Commons

Der Begriff Kubismus leitet sich vom französischen Wort "cube" und dem lateinischen Begriff "cubus" ab, das übersetzt "Würfel" heißt. Der Begriff tauchte das erste Mal in einem Bericht über den Maler Braque im Jahre 1909 auf, soll aber auch schon von Henri Matisse im Jahre 1908 in ähnlicher Form verwendet worden sein. Beim Betrachten eines Landschaftsbildes von Braque sprach Matisse 1908 von "kleinen Würfeln". Doch sollte man den Begriff nicht zu eng nehmen. Schon früh sprach man darum auch von einem geometrischen Stil. Neben Braque gilt auch Pablo Picasso als Begründer des Kubismus.

Den Kubismus, der in den Jahren 1907-1915 seinen Höhepunkt hatte, zeichnet ein Aufbrechen der perspektivischen Darstellung von Objekten aus, der über geometrische Figuren Objekte zerlegt und gleichzeitig neu zusammensetzt. Man unterscheidet in der Kunstgeschichte vor allem zwischen einem in der frühen Phase wirksamen analytischen Kubismus, der sich im Zerlegen des Objekts mit eher gedeckten Farben ausdrückte und einem synthetischen Kubismus, der ab 1912 polyvalente Perspektiven und Formen verwendete, die nicht mehr unbedingt zusammen gehörten und stärker mit Farben experimentierte. Der synthetische Kubismus wird darum auch als Vorläufer der Collage gesehen.

In Prag fand der Kubismus in der hiesigen Kunstszene ein gewaltiges Echo: aber der Kubismus war hier nicht nur auf die Malerei beschränkt, sondern fand auch in den anderen Arten der bildenden Kunst und auch in der angewandten Kunst einen starken Niederschlag. Wirklich einmalig in der Welt ist, wie vor allem in Prag die Architektur den Kubismus in Form von heute noch zu besichtigenden Bauwerken umgesetzt hat, die sich harmonisch in das Stadtbild einfügen. Architekten wie Josef Chochol, Pavel Janák oder Josef Gočár waren hier maßgeblich beteiligt, eine kubistische Architektur zu entwickeln, die versucht hat die zweidimensionalen Bildkompositionen aus der Malerei in den dreidimensionalen Raum eines Gebäudes zu übertragen. Dabei sind auch heute noch faszinierende Bauwerke entstanden.





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