Haus zur Schwarzen Mutter Gottes

Die Errichtung des kubistischen Gebäudes wurde 1911 von dem Kaufmann František Josef Herbst beauftragt, der in dieser vorzüglichen Lage, umgeben von barocken und neobarocken Häusern, ein modernes Kaufhaus plante. Mit der Umsetzung beauftragt wurde der Architekt Josef Gočár, der vom Magistrat nur auferlegt bekam, dass die Fassade des Hauses "in ihrem Maßstab und der gesamten Lösung mit Rücksicht auf das altehrwürdige Milieu" gestaltet werden müsse. Zudem hieß es weiter:

"Es ist im Gegenteil notwendig, die Fassade im modernen Stil als Ausdruck der architektonischen Auffassung der heutigen Zeit und als Werk, das den modernen Anforderungen entspricht"
aus: "Das kubistische Prag", S. 25

Eine erstaunliche Aussage, wenn man bedenkt, dass wir uns hier am Beginn des sogenannten Königsweges befinden, das nicht nur von vielen Einheimischen aufgesucht wurde, sondern auch damals schon ein geschichtliches Herzstück Prags und touristischer Anziehungspunkt darstellte. Für die Konstruktion des Hauses nutzte Gočár eine neuartiges Eisenbetonskelett, dass es ihm ermöglichte auf viele tragende Wände verzichten zu können. Das kam vor allem dem ersten Stock zugute, das einen einzigen Raum darstellt, der nur durch das Treppenhaus unterbrochen wird. Darin befindet sich heute das Grand Café Orient, eine herrliche Nachbildung des ursprünglichen kubistischen Kaffeehauses.


Adresse:

Ovocný trh 569/19, 110 00 Prag

Wegbeschreibung:
Vom Altstädter Ring kommend, geht man einfach die Celetná entlang bis rechter Hand die Ovocný trh kreuzt. Das kubistische Haus befindet sich an der Kreuzung der beiden Straßen.

Kartenansicht:

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