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Das Jan-Hus-Denkmal

Jan-Hus-Denkmal

Das Denkmal um den Prediger Jan Hus wurde im Jahre 1903 gestiftet und 1915, also während des ersten Weltkriegs, fertiggestellt. Jan Hus und seine Bewegung waren schon immer ein wichtiger Markstein in der tschechischen Geschichte und bedeutender Repräsentant des tschechischen Nationalbewußtseins, das in Opposition zur habsburgischen Monarchie stand, die man im aufkommenden Nationalbewußtsein des 19. Jahrhunderts immer mehr als Fremdherrschaft empfand. Jene Habsburger, die nicht nur sprachlich zur deutschsprachigen Minorität in Prag engere Bande knüpften als zur tschechischsprachigen Mehrheit. Insofern war dieses Denkmal auch als Gegensatz zur Mariensäule zu sehen, die damals noch auf der anderen Seite des Platzes stand und Symbol der dem Katholizismus verpflichteten Habsburgern war. Doch mit Ende des ersten Weltkriegs 1918 dankten nicht nur die Habsburger ab, sondern wurde auch eben diese Mariensäule von aufgebrachten Tschechen zerstört. Jan Hus und die Seinen hatten also doch noch gesiegt, auch wenn es der historischen Figur um kirchenrechtliche Fragen ging und etwas wie ein Nationalbewußtsein damals noch gar nicht gab. Aber mit einer zeitgeschichtlich differenzierenden Eingemeindung von historischen Persönlichkeiten werden es politische Bewegungen wohl nie so genau nehmen.



Das Jan-Hus-Denkmal wurde von Ladislav Šaloun (1870-1946) erschaffen, einem bedeutenden tschechischen Bildhauer, der sich in seinen Werken dem Symbolismus der tschechischen Jugendstilepoche verpflichtet fühlte. Die Komposition der Statue wird von Kunsthistorikern in ihrem künstlerischen Ausdruck dem bildhauerischen Impressionismus eines Auguste Rodin zugeordnet.


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