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Der Petřín (Laurenziberg)

Infothek

Adresse: Laurenziberg-Park, Petřínské sady, Prag, Tschechien

Wegbeschreibung:

Wer über die öffentlichen Verkehrsmittel von der Innenstadt her kommen möchte, wählt am besten die Talstation Újezd, die über diverse Tram-Linien (12, 20, 22) erreichbar ist. Von dort aus kann man dann in die Seilbahn einsteigen und sich auf das Plateau des Hügels fahren lassen.

Route zur Talstation der Standseilbahn per Google-Maps »

Kartenansicht:

Zusätzliche Informationen:

Standseilbahn: 
Öffnungszeiten:
Täglich geöffnet von 9 - 23 Uhr, Fahrten alle 10-15 Minuten
Fahrtkosten:
Erwachsene 32 CZK, Kinder (6-15 Jahre), Senioren (ab 60 Jahre): 16 CZK. Hinweis hierzu: die Standseilbahn ist Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Wer also ein gültiges Ticket hat, muss hier nicht extra zahlen.
Achtung: die Standseilbahn fährt nicht im März und Oktober!

Aussichtsturm:
Öffnungszeiten: 
November - Februar: 10.00 - 18.00 Uhr
März: 10.00 - 20.00 Uhr
April - September: 10.00 - 22.00 Uhr
Oktober: 10.00 - 20.00 Uhr
Der Turm ist ganzjährig geöffnet.

Eintrittspreise:
Normal: 150 CZK
Ermäßigt: 80 CZK
Familien: 350 CZK 

 

Geschichte und Sehenwürdigkeiten

Bild Aussichtsturm Petřín
Aussichtsturm Petřín

Die große bewaldete Fläche mit der Nachbildung des Eiffelturms auf seinem Plateau ist für jeden Prag-Besucher gut erkennbar. Der ca. 320 Meter hohe Hügel mit seinen ausgiebigen Grünflächen lädt jeden, Einheimische ebenso wie Besucher, zu erholsamen Spaziergängen ein. Vom 12. - 19. Jahrhundert wurde hier noch Weinanbau betrieben. Auch als Steinbruch wurde der Hügel genutzt, der vor allem in der romanischen und gotischen Epoche die Prager Bauten mit der benötigten Bausubstanz versorgte.

Der von den Prager Deutschen eingebürgerte Begriff Laurenziberg leitet sich von der St.-Laurentius-Kirche ab, die ursprünglich im 12. Jahrhundert im romanischem Stil erbaut und von 1735 - 1770 von dem Prager Baumeister Johann Ignaz Palliardi im Barockstil umgestaltet wurde. Zu ihr gelangt man am einfachsten, wenn man von der Talstation auf der Kleinseite mit der Standseilbahn die gut 500 Meter bis zur Endstation hoch fährt. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch die Barock-Kirche. Bei Inbetriebnahme 1891 wurde die Bahn noch als Wunderwerk der Technik bestaunt, da sie allein über mit Wasser gefüllten Tanks und unter Ausnutzung der Gravitation die Waggons nach oben bewegte. Heute fährt die Bahn natürlich elektrisch. 

Von der Bergstation aus und vorbei an der St.-Laurentius-Kirche ist es nur mehr ein kleiner Spaziergang zum 62 Meter hohen Aussichtsturm Petřín, der, wie man sofort sieht, eine verkleinerte Nachahmung des Pariser Eiffelturms darstellt. Der Turm wurde in knapp einem halben Jahr und damit in Rekordzeit erstellt. Man verarbeitete dabei 175 Tonnen Eisen. Anlass für die Erbauung von Standseilbahn und Aussichtsturm war die aufwendig gestaltete Prager Landes-Jubiläumsausstellung von 1891, das den aufstrebenden tschechischem Nationalismus weiteren Auftrieb gab, zumal die deutsch-böhmische Industrie der Leistungsschau fern blieb. Der Turm ist übrigens begehbar und bietet von oben einen phantastischen Überblick über die Stadt Prag. Allerdings sind hierzu 299 Stufen zu bewältigen. Es gibt zwar einen Aufzug zum Plateau des Turms, der allerdings - wie Wikipedia anmerkt - oft außer Betrieb zu sein scheint.

Bild von der Hungermauer in Prag
Die Hungermauer auf dem Petřín

Unterhalb des Aussichtsturms kann man ein Spiegellabyrinth besuchen. Von außen nicht sofort zu erkennen, da das Gebäude eher an eine kleine Burg erinnert, bietet sie im Inneren einen Spaß für Jung und Alt, der ein wenig an sein Pendant im Wiener Prater erinnert. Neben dem Labyrinth kann man noch ein Schaubild, oder besser Diorama, aus dem Dreissigjährigen Krieg betrachten, dass den Kampf der Prager mit den einfallenden schwedischen Truppen auf der Karlsbrücke zeigt.

Von historischem Interesse ist sicherlich auch die Hungermauer, die ursprünglich ein Schutzwall für die Prager Burg und die Kleinseite gegen Angriffe aus dem Süden und Westen war. Die Anlage, die Kaiser Karl IV. von 1360 - 1362 erbauen ließ und deren Mauern bis zu vier Meter hoch und zwei Meter breit waren, reichte von der Kleinseite (Beginn im Bereich der Standseilbahn), um den Petřín herum bis zum Kloster Strahov. Seinen Namen verdankt sie der Tatsache, dass nach der Hungersnot von 1361 vermehrt auch städtische Arme beim Bau der Mauer eingesetzt wurden. Auch wenn die Mauer sicherlich nicht aus Altruismus erbaut wurde, weiß man auch, dass Karl IV. eine starke Fürsorgepflicht gegenüber seinen Untertanen empfand.

Übrigens, ist der Petřín eine der wenigen Prager Orte, die im Werk Kafkas konkret auftauchen. In der frühen Erzählung "Beschreibung eines Kampfes" lässt Kafka den Erzähler einen gemeinsamen nächtlichen Spaziergang auf den "Laurenziberg" unternehmen. 


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Veröffentlicht im Januar 2018.

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