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Die Palastgärten unter der Prager Burg

Infothek

Adresse: Valdštejnská 158/14, 110 00 Malá Strana, Tschechien

Wegbeschreibung:

Von der Metrostation Malostranská wechseln Sie in die Valdštejnské und folgen dieser bis sie eine Biegung macht. Auf der rechten Seite beginnen dann die Palastgärten.

Route zu den Palastgärten der Burg per Google-Maps »

Kartenansicht:

Zusätzliche Informationen:

Öffnungszeiten Palais: 
April-Mai: nur Wochenende: 10.00-17.00 Uhr
Juni-September: nur Wochenende: 10.00-18.00 Uhr
Oktober: nur Wochenende: 10.00-17.00 Uhr

Öffnungszeiten Garten:
April-Mai: Wochentags: 07.30-18.00 Uhr, Wochenende: 10.00-18.00 Uhr
Juni-September: Wochentags:  07.30-19.00 Uhr, Wochenende: 10.00-19.00 Uhr
Oktober: Wochentags: 07.30-18.00 Uhr, Wochenende: 10.00-18.00 Uhr

Eintritt:
Eintritt für das Palais und den Garten ist frei.

 

Zur Geschichte der Gärten

Bild vom Ledeburska-Garten
Ledeburska-Garten

An den südlichen Hängen der Prager Burg befinden sich Gartenanlagen, die man von unten her über die Valdštejnské betreten kann. Zu den Zeiten als die darüber liegenden Burgmauern noch der Verteidigung der Burg dienten, waren die Abhänge noch mit Weinreben und Obstbäumen bepflanzt. Mit Beginn des 16. Jahrhunderts erwarben wohlhabende Adelsfamilien das Gelände, die dann die Bereiche im Stile italienischer Renaissancegärten anlegen ließen. Sie sollten fortan der Zierde und Erholung dienen. Dabei entstanden die auch heute noch charakteristischen Treppenaufgänge, Aussichtsterassen und Pavillons. Nach seiner Verwüstung im Dreißigjährigen Krieg wurden die Gärten erneut im heute noch bestehenden Barockstil neu aufgebaut. 

Nachdem die Gärten schon im 19. Jahrhundert wenig gepflegt wurden und in der sozialistischen Ära dann komplett verwahrlosten, begann man ab 1989 mit Unterstützung des "Prague Heritage Fund", dier unter der Schirmherrschaft von Präsident Vaclav Havel und Prinz Charles stand, die Gärten in den folgenden zwei Jahrzehnten nach und nach zu restaurieren. Seit 1991 sind die Gärten im Besitz des staatlichen Denkmalschutzamtes.

Im oberen Bereich sind die Gärten über den Wallgarten (Zahrada na valech) miteinander verbunden, während weiter unten Trennmauern die einzelnen Bereiche voneinander absondern. Die Gärten sind im Sommer für Publikumsverkehr geöffnet und werden auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt.

Die Gärten im Überblick

Bild von Palastgarten unter der Prager Burg

Kommt man von der Metrostation Malostranská und biegt in die Valdštejnské ein, kommt man als Erstes am Fürstenberg Palais mit dem Fürstenberg-Garten vorbei, der heute Sitz der polnischen Botschaft ist und deren Gärten nicht für den Besucherverkehr freigegeben sind. Das ursprünglich vorhandene Renaissanceschlösschen wurde von 1743 bis 1747 im Stile des Spätbarock umgebaut. Der Garten ist mit 1,55 ha der größte Palastgarten.

Daneben befindet sich das Palais Kolowrat, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde und dessen auffällige Fassadengestaltung von Ignaz Palliardi entworfen wurde. Der dazugehörige Kolowrat-Garten ist mit 700 qm der kleinste, aber auch älteste der Palastgärten. Schon im 13. Jahrhundert wurde hier unter dem böhmischen König Ottokar II. Přemysl ein Zwinger angelegt, der als Verstärkung der umlaufenden Burgmauern gedacht war. Im 18. Jahrhundert wurde das Palais erbaut, das dann später an das böhmisch-österreichische Adelsgeschlecht Kolowrat überging. Nach dem Abriss zweier Häuser bepflanzte man den terrassenartigen Garten 1858 mit Obstbäumen. Seit dem Jahre 2000 ist der Garten für den Publikumsverkehr freigegeben.

Als Nächstes folgen das Palais Pálffy mit dem Kleinen und Großen Pálffy-Garten (Velká Pálffyovská zahrada). Sein heutiges Aussehen erhielten die Gärten im Jahre 1751, als Marie Anna von Fürstenberg, deren Geschlecht der Fürstenbergs seit 1731 Eigentümer der Häuser und des Gartens waren. Im Jahre 1881 kaufte Eduard Pálffy von Erdöd, der heutige Namensgeber, das Anwesen. Während der Kleine Pálffy-Garten, der oberhalb der Wirtschaftsräumlichkeiten des Palais beginnt, vor allem ein Nutzgarten ist, stellt der Große Pálffy-Garten mit seinen überdachten und offenen Treppen, Terrassen, Wasserbecken und Sonnenuhr ein Ziergarten dar.

Direkt am Waldsteinplatz (Valdštejnské nám) befinden sich noch der Ledebur-Garten mit seinem gleichnamigen Palais. An dessen Haupteingang deutet die Jaheszahl 1588 auf den Umbau des mittelalterliches Hauses hin, dessen Reste heute noch als Mauerwerk im Westteil erhalten geblieben sind. Im Jahre 1784 wurde das Gebäude dann in seiner heutigen Gestalt nochmalig neu gestaltet. Die Pläne dazu stammten von Ignaz Palliardis. Der Garten selber ist in zwei Teile aufgeteilt: während der untere Bereich in etwa der Breite des Palais entspricht, verschlankt sich der obere Bereich auf ungefähr die Hälfte, deren fünf Terrassen über steile Treppen erreicht werden können. Ähnlich wie im Wallenstein-Garten gibt es auch hier im unteren Bereich eine Sala terrena, die heutzutage für Konzerte und Hochzeiten genutzt wird.


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