1. Prag » 
  2. Die Stadtviertel » 
  3. Kleinseite » 
  4. Insel Kampa

Die Insel Kampa

Infothek

Adresse: Kleinseite, 118 00 Prag 1

Wegbeschreibung:

Der einfachste Weg dürfte von der Karlsbrücke sein, wo man nahe der Kleinseitner Brückentürme eine Treppe hinab geht, die direkt auf die malerische Häuserzeile der Kampa-Insel führt. Durchquert man den Kampa-Platz, gelangt man zu einem kleinen Stadtpark, wo nach ca. 200 Metern das Gelände des Kampa-Museums erreicht wird.

Route zur Insel Kampa per Google-Maps »

Kartenansicht:

Zusätzliche Informationen:

Öffnungszeiten Kampa-Museum: 
Täglich von 10.00 - 18.00 Uhr

Eintritt:
Erwachsene: 350 CZK
Studenten / Senioren: 250 CZK
Kinder unter 6 Jahren: Eintritt frei
Familie (2 Erwachsene und 3 Kinder unter 15 Jahren: 600 CZK
Gruppe mit mind. 6 Personen: 320 CZK pro Person

 

 

 

Zur Geschichte der Insel Kampa

Bild von Insel Kampa Prag

Die Insel Kampa wird durch einen künstlich angelegten Nebenarm der Moldau, der Čertovka (Teufelsbach), von der Kleinseite getrennt. Sein Wasser bezieht die Čertovka im nördlichen Teil von einem Schleusenkanal über unterirdische Rohre. In einer Gesamtlänge von ca. 730 Metern beginnt das Flüsschen im Süden nahe der Most Legií (Brücke der Legionen). führt an einem kleinen Stadtpark vorbei, unterquert die Karlsbrücke und mündet in der Nähe des Öffnet internen Link im aktuellen FensterKafka-Museums wieder in die Moldau. Besonders pittoresk ist der Bereich nördlich der Karlsbrücke, der - leicht übertrieben - als "Prager Venedig" schon auf unzähligen Schnappschüssen verewigt wurde.

Früher nutzte man die Čertovka als Mühlbach. Heute lassen sich noch zwei Mühlen besichtigen: die Großprioratsmühle aus dem 16. Jahrhundert, dessen großes Rad vor einigen Jahren grundlegend renoviert wurde. Noch älteren Datums sind aber die Sova-Mühlen (Sovovy mlýny), deren erste Erwähnung aus dem Jahre 1393 stammt. In den renovierten Räumlichkeiten des ehemaligen Mühlenkomplexes kann man gegenwärtig Exponate moderner Kunst des dort beheimateten Kampa-Museums besichtigen.

Ursprünglich bestand die Insel Kampa aus Ackerland. Daher auch der Name Kampa, der sich aus dem lateinischen Wort "campus" (dt. Feld) ableitet. Im 16. Jahrhundert begann deren Bebauung, als man aus dem Schutt des großen Brandes von 1541, den man auf der Insel abgelagert hatte, erste einfache Katen für die ärmere Bevölkerung erstellt wurden. Wie schon auf der Kleinseite, begannen auch hier die Adeligen im 17. Jahrhundert das pittoreske Areal für sich zu entdecken und erstellten schmucke Häuser, die zum Teil auch heute noch auf dem Hauptplatz der Kampa-Insel zu sehen sind. Einen wunderschönen Überblick über diesen Platz erhält man von der Karlsbrücke, dessen steinerne Stufen nahe der Kleinseitner Brückentürme hinunter zu Kampa-Insel führen. Auch heute noch wird der Platz als Töpfermarkt genutzt. Durchquert man den Platz, schließt sich im Süden eine Parkanlage an, der aus ehemaligen Gärten anliegender Adelspalästen entstand und heute gerne von Pragern genutzt wird. Im 18. Jahrhundert konnte man auf dem Kampa-Platz immer wieder einen berühmten Gast antreffen: Wolfgang Amadeus Mozart hat während seiner Prager Aufenthalte hier seine Lieblingslokale regelmäßig aufgesucht.

Das Kampa-Museum

Bild vom Kampa-Museum
Das Kampa-Museum

Das Kampa-Museum wurde im Jahre 2001 in dem umgebauten Räumlichkeiten der ehemaligen Sova-Mühlen (Sovovy mlýny) eröffnet und befindet sich in der Parkanlage hinter dem Kampa-Platz. Maßgeblich beteiligt an dem Projekt war die Kunstmäzenin Meda Mladkova, die zusammen mit ihrem Mann der Stadt Prag ihre private Sammlung vermachte und nach der Wende auch das heruntergekommene Grundstück erwarb. Nach der verheerenden Flut von 2002, in der auch das Kampa-Museum beträchtliche Schäden davon trug, wurde das Museum im darauffolgendem Jahr wieder eröffnet.

Im Mittelpunkt des Museums steht die zeitgenössische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, die auch immer durch laufende Ausstellungen erweitert wird (über aktuelle Ausstellungen kann man sich Öffnet externen Link in neuem Fensterhier informieren). Im Mittelpunkt stehen hierbei tschechische Künstler, die größtenteils während der kommunistischen Ära verboten waren. Wichtige Vertreter sind der früh verstorbene kubistische Bildhauer Otto Gutfreund und der Maler František Kupka, der heute zu einem Mitbegründer der abstrakten Malerei zählt.

Auch die Freunde der satirischen Kunst David Černýs kommen hier auf ihre Kosten. Zum Anlass der Auszeichnung Prags zur Kulturhauptstadt entwarf der Künstler im Jahre 2001 eine Skulpturengruppe von krabbelnden Babys. Ein Teil davon wurde an Prags Fernsehturm angebracht, wo sie den Turm hochkrabbeln und eine weitere Bronze-Serie befindet sich auf dem Gelände des Museums und kann kostenlos besichtigt werden.


Palais Waldstein « zurück | weiter » Petrin


Buchempfehlungen zu Prag:

Baedeker Reiseführer Prag

Buchcover Baedeker Prag

Diesen Reiseführer zeichnen ausgezeichnete Grafiken und umfangreichen Beschreibungen aus, die gut lesbar in kürzere Abschnitte aufgeteilt werden. Innerhalb der Texte werden die wichtigsten Begriffe über Fettdruck gesondert markiert. Damit kann man auch unterwegs den Reiseführer gut nutzen, zumal für Papier und Umschlag qualitativ hochwertiges und robustes Papier verwendet wird. Allerdings werden die Sehenswürdigkeiten von A-Z aufgelistet. Wer sich innerhalb eines Stadtteils orientieren möchte, sollte zu einem anderen Reiseführer greifen.

Veröffentlicht im Januar 2018.

Buch über Amazon bestellen »

Buch über bücher.de bestellen »

DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Prag

Cover Dumont Reiseführer

Sehr guter Reiseführer mit vielen Übersichtskarten und Tipps in erstklassiger Qualität. Neben vielen geschichtlichen Exkursen und interessanten Artikeln zu Prager Besonderheiten werden die Sehenswürdigkeiten nach Stadtvierteln aufgeteilt.

Veröffentlichungsdatum: Juni 2018

Buch über Amazon bestellen »

Buch über bücher.de bestellen »

Das Prag Buch: Highlights einer faszinierenden Stadt

Dieses Buch bietet nicht nur Highlights, es ist selber ein Highlight. Exquisite Aufnahmen, die einen Augenschmaus bieten, garniert mit kurzen, aber informativen Texten. Ein prima Buch für den Abend auf der Couch. 

Buch über Amazon bestellen » 

Buch über bücher.de bestellen »

111 Orte in Prag, die man gesehen habe muss

Buchcover 111 Orte in Prag

In diesem Reiseführer werden all diejenigen fündig., die entweder Prag schon gut kennen oder einfach Lust auf exotische Schauplätze der Moldaumetropole haben Ob es nun versteckt gelegene Gärten und Cafes sind, eine Sauna an der Moldau oder das Gelände der Expo 58: die Auswahl ist gut getroffen und knapp, aber ausreichend beschrieben. Selbstverständlich wird auch neben der Adressangabe die Anfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln genau skizziert.

Veröffentlichungsdatum: November 2016

Buch über Amazon bestellen »

Buch über bücher.de bestellen »

 
 
nach oben