Die Teynkirche

Die Baugeschichte

Die Teynkirche befindet sich an der Ostseite des Altstädter Rings und bildet mit seinen beiden mächtigen Türmen, die hinter den Häusern hervorragen einen Blickfang ersten Ranges. Der Name Teyn heißt übersetzt "Zaun" und vollständig ist der Name der Kirche "Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn".

Mit dem Bau der Kirche wurde Mitte des 14. Jahrhunderts begonnen, um 1385 stand der Rohbau. Ein Höhepunkt stellt das im selben Jahr fertiggestellte Nordportal dar, das von der Hütte des berühmten Dombaumeisters Peter Parler erstellt wurde, dem Lieblingsbaumeister von Karl IV.,  mit seinem reichhaltigen plastischen Schmuck. Hier ist ein Relief mit der Kreuzigungsszene festgehalten. Bis in die einzelne Gestik von Nebenfiguren wurde die dargestellte Szene ausdrucksstark gestaltet. Das Orginal dieses Tympanon befindet sich im Lapidarium. Im Jahre 1457 erhielt die Teynkirche auch ein Dach und in den Jahren darauf entstand der Nordgiebel. Die beiden markanten ca. 80 Meter hohen Türme wurden auch um die Mitte des 15. Jahrhunderts fertiggestellt.

Der Innenraum der dreischiffigen Kirche ist auch geschichtlich bedeutend, da hier während der Hussitenzeit die sogenannten Utraquisten ihre Gottesdienste abhielten. Hier stellte man seine freiheitlichen Forderungen gegen den herrschenden römisch-katholischen Klerus. Dieser Bewegung, die von Jan Hus ihren Ausgang nahm und der sich viele Menschen anschlossen, mündete letzendlich in den hussitischen Kriegen, die von 1419-1437 dauerten und mit der Niederlage der Bewegung endeten. Teile der Utraquisten schlossen sich später der Reformation um Martin Luther an.

Während im Außenbereich die Gotik dominiert, findet man im Inneren einen fast schon überbordenden Barock vor. An der Nordwand kann man das Grab des berühmten Astronom Tycho Brahe sehen, der 1601 unter tragischen Umständen ums Leben kam. Weil es die Sitte verlangte, dass man die Festtafel nicht vor dem Kaiser verlassen durfte, platzte wohl seine Blase. Er erlag 10 Tage nach diesem Vorfall unter sehr starken Schmerzen. Tycho Brahe arbeitete noch kurz vor seinem Tod mit dem damals jungen Johannes Kepler zusammen, aber die Zusammenarbeit dieser sehr unterschiedlichen Charaktere gestaltete sich sehr schwierig.

In den Jahren 1679 und 1819 sind Teile der Kirche in zwei Bränden zerstört worden. In dem einen Fall musste das Hauptschiff neu eingewölbt werden und beim Brand im 19. Jahrhundert wurde der nördliche Turm bis ins Jahr 1834/35 restauriert um wieder sein ursprüngliches Aussehen zu erlangen.


Adresse:

Staroměstské nám., 110 00 Prag

Wegbeschreibung:
Den Altstädter Ring erreichen Sie am Einfachsten mit der Metro-Linie A, Station Staroměstská. Danach gehen Sie einfach die Kaprova runter, überqueren den Nám. Franze Kafky (mit dem Kafka-Geburtshaus) und gehen an der St.-Niklas-Kirche vorbei.

Kartenansicht:

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