Die Prager Burg

Zur Entstehungsgeschichte

Mit einer Gesamtfläche von 45 Hektar ist die Prager Burg das größte Burgareal der Welt. Das war im 9. Jahrhundert noch nicht absehbar als Herzog Bořivoj I., der erste geschichtlich überlieferte böhmische Herrscher aus dem Geschlecht der Přemysliden, seinen Herrschaftssitz auf die Hochebene des Hradschin verlegte. Die ursprüngliche Anlage war damals nicht mehr als eine durch Wälle und Palisaden geschützte Holzhütte und veränderte erst Mitte des 11. Jahrhunderts entscheidend ihr Aussehen. Nun wurde die Anlage zu einem typischen hochmittelalterlichen Herrschaftssitz mit Befestigungen aus Stein, zwei Wehrtürmen im Westen und Osten sowie einem Eingangstor im Süden. Im Jahre 1135 erfolgte der Umbau dann im romanischen Baustil. In dieser Zeit erhielt die Burg auch eine drei Meter breite Steinmauer aus Quadersteinen. Nachdem die Burg im Jahre 1303 komplett abgebrannt war, gewann sie kurze Zeit später unter dem deutschen Fürstengeschlecht der Luxemburger wieder große Bedeutung. Besonders unter Karl IV. erreichte die 1333 wiederaufgebaute Herrschaftssitz seine Blütezeit. Während seiner Regierungszeit wurde das Bistum Prag zum Erzbistum ernannt. Damit begann auch im Jahre 1344 der Neubau der St.-Veits-Kathedrale. Doch schon sein Sohn Wenzel IV. zog aus der Burg im Jahre 1383 wieder aus und ließ in der Altstadt, und zwar an der Stelle des heutigen Jugendstilprachtbaus des Gemeindehauses, einen neuen Königshof errichten.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Prager Burg im Überblick

Eingang und erster Burghof

Geht man vom Hradschiner Platz in Richtung Burgeingang, fallen einem zwei Dinge auf: zwei überdimensionierte Plastiken am Eingangsportal sowie zwei Wachmänner darunter, die sich im Vergleich zu den Plastiken geradezu winzig ausnehmen. Beide symbolisieren einem sogleich die Wichtigkeit des Ortes, auch wenn es mit deren Authentizität nicht weit her ist. Denn die beiden Figuren auf den Sockeln mit Namen "Kämpfende Giganten" stellen Kopien des Bildhauers Ignaz Franz Platzers aus dem Jahre 1768 dar. Und auch die Uniformen des Burgwachen können sich auf keine Originalität berufen, sondern sind 1990 auf Wunsch Václav Havels von Theodor Pištěk entworfen worden, der für seine Kostüme zu Miloš Formans "Amadeus" 1985 einen Oscar erhalten hatte. Das rief auch später den Protest von Veteranen des zweiten Weltkriegs hervor, die befanden, dass diese Phantasie-Uniformen in die Operette gehörten, nicht aber auf die Burg. Dennoch ist die stündlich stattfindende kleine Wachablösung zur vollen Stunde und der große Wachwechsel täglich um 12 Uhr ein großer Zuschauermagnet. Mancher Beobachter mag in diesem steifen Zeremoniell auch den einen oder anderen operettenhaften Zug entdecken.

Der erste Burghof selber wurde nach Plänen der Wiener Oberhofdirektors Nikolaus Pacassi in den Jahren 1756 - 1774 erbaut und war Teil der großen Umgestaltung während der Regentschaft von Kaiserin Maria Theresias. Auf dem Weg zum zweiten Burghof durchschreitet man das Matthiastor, 1614 von Giovanni Maria Philippi erbaut, das eine Nachahmung römischer Triumpfbögen darstellt und früher frei auf dem westlichen Burgwall stand. Erst durch die Umbauten Pacassis wurde der Turm zum Tor und damit Teil des neu aufgebauten und erweiterten Schlosses. Im rechten Bereich des Matthias-Tor führt übrigens eine Rokoko-Treppe zu den Repräsentationsräumlichkeiten des Staatspräsidenten.

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Zweiter Burghof

Auch das Aussehen des zweiten Burghofs geht weitgehend auf die Umbauten von Nikolaus Pacassi im Renaissance- und Spätbarockstil zurück. In der Mitte des Hofes befindet sich ein Brunnen, der 1686 von Francesco della Torre im frühbarocken Stil entworfen und mit Götterfiguren und Löwen von Hieronymus Kohl verziert wurde. In seiner Nähe wurde 1702 ein mit schmiedeeisernem Ziergitter umfasster Ziehbrunnen erbaut, der 14 Meter Tiefe erreicht.

Die Hl.-Kreuz-Kapelle im südlichen Bereich wurde im 18. Jahrhundert errichtet. In ihr befindet sich die Schatzkammer der St.-Veits-Kathedrale. Viele der dort aufbewahrten Kostbarkeiten stammen noch aus der Zeit Karls IV, also dem 14. Jahrhundert und können ganzjährig besichtigt werden.

Im nördlichen Ende des zweiten Burghofs kann man über die Pulverbrücke den Burggraben überwinden um zu den Königsgärten gelangen, die 1534 unter Ferdinand I. als Renaissancegärten angelegt wurden. Ein Höhepunkt darin stellt das 1569 erbaute Ballhaus mit seiner in Prag weitverbreiteten Sgraffiti-Kunst dar.

Auch im Nordflügel befindet sich die Burggalerie. Zwar wurden die umfangreichen Sammlungen Rudolfs II. nach seinem Tod nach Wien und Madrid abtransportiert, verkauft oder im Dreißigjährigen Krieg durch Schweden geplündert, dennoch kann man in den Ausstellungsräumen noch die Werke vieler alter Meister wie Tizian, Cranach oder Rubens besichtigen. 

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Dritter Burghof

Geht man durch den Durchgang des zweiten Burghofs, steht man etwas unvermittelt vor der mächtigen St.-Veits-Kathedrale, die natürlich der alles dominierende Blickfang des dritten Burghofs ist. In diesem Bereich befindet man sich im Zentrum der alten wie neuen Burganlage, dessen Anfänge bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Seine letzte große Renovierung erfuhr der dritte Burghof in den Jahren 1924 - 1928 als der slowenische Architekt Jože Plečnik von Staatspräsidenten Masaryk zum Architekten der Prager Burg ernannt wurde. Ihm sind unter anderem die charakteristische Pflasterung des Hofes sowie die Aufstellung des Brunnens und des Monoliths zu verdanken. Der Monolith aus Granit war hierbei ein Neuentwurf des Architekten und erinnert an die Opfer des ersten Weltkriegs. Der Brunnen dagegen zeigt als Statue das Reiterstandbild des hl. Georg. Die Figur ist eine Kopie aus dem Jahre 1541, dessen gotisches Original aus dem Jahre 1373 in der Dauerausstellung zur Geschichte der Prager Burg gezeigt wird. Der Sockel wiederum wurde von Jože Plečnik im Jahre 1928 entworfen. Die Vereinheitlichung der Schlossbauten besorgte, wie schon im ersten und zweiten Burghof, Nikolaus Pacassi Mitte des 18. Jahrhunderts.

Übrigens befinden sich rechts neben dem Durchgang zum dritten Burghof die Ticketbüros für die Eintrittskarten und Audio-Guides der Burg.

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Der Veitsdom

Als Hintergrund-Silhouette tauchend die beiden mächtigen Türme der St-Veits-Kathedrale nahezu auf jedem zweiten Postkartenmotiv auf. Die mächtige Kathedrale ist der bau- und kunstgeschichtliche Mittelpunkt auf dem Burggelände. 

Nähere Infos unter "Der Veitsdom" »

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Alter Königspalast

Die Besichtigung des Königspalasts sollte bei keinem Besuch der Burg fehlen. In seinen Gemäuern residierten die Herrscher und die Statthalter der Macht. Aber auch architektonisch haben die Räumlichkeiten einiges zu bieten.

Nähere Infos unter "Der alte Königspalast" »

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Die St.-Georgs-Basilika

Die St-Georgs-Basilika gegenüber dem Chor dem St.-Veits-Dom ist die älteste Kirchenbau auf dem Hradschin. Hinter der rot-gelben Barock-Fassade verbirgt sich ein im romanischen Baustil gehaltener, beeindruckender Innenraum, den man unbedingt besichtigen sollte.

Nähere Infos unter "Die St-Georgs-Basilika" »

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Das Goldene Gässchen

Entlang der nördlichen Burgmauer führt ein Gässchen mit kleinen Behausungen, die heute wirken, als hätten Zwerge in ihnen gehaust. Es lebten hier aber die Burgwachen und in späteren Jahrhunderten eher ärmere Leute. Aber auch Franz Kafka fand zeitweilig hier einen Rückzugsort zum Schreiben.

Nähere Infos unter "Das Goldene Gässchen" »

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Adresse:

Hradčany, 119 08 Prague 1

Wegbeschreibung:
Entweder fährt man zur Metrostation Malostranská und nimmt dann den Anstieg über über die alte Schlossstiege (staré zámecké schody). Man kann aber aber auch von der Metrostation die Trambahn-Linie 22 nehmen und zwei Stationen bis Pražský hrad fahren. Viele Besucher kommen auch von der Karlsbrücke, passieren die St.-Niklaskirche auf der Kleinseite, schlendern dann weiter die Nerudova entlang und biegen dann rechts in die Ke Hradu ein, die auch direkt zur Burg führt.

Route per Google-Maps

Route zum Alten Königspalast per Google-Maps »

Öffnungszeiten und Eintritt:

Öffnungszeiten:
Anlage der Prager Burg: 6-22 Uhr
Objekte mit Eintritt: 9-17 Uhr (Winter: 9-16 Uhr)
Burggärten: 10-18 Uhr (Winter geschlossen)
St. Veitsdom: Wochentags: 9-17 Uhr (Winter 9-16 Uhr), Sonntag: 12-17 Uhr (Winter: 12-16 Uhr)

Preise:
Besichtigungsroute A (inkl. Eintritt für Veitsdom, Alter Königspalast, Ausstellung "Geschichte der Prager Burg", St.-Georgs-Basilika, Goldenes Gässchen mit Daliborka-Turm, Rosenberg Palais):  Normalpreis 350 Kč, ermäßigt 175 Kč, Familienticket 700 Kč.
Besichtigungsroute B (inkl. Eintritt für Veitsdom, Alter Königspalast, St.-Georgs-Basilika, Goldenes Gässchen mit Daliborka-Turm):  Normalpreis 250 Kč, ermäßigt 125 Kč, Familienticket 500 Kč. -> Ist in der "Prag Card" inbegriffen.
Besichtigungsroute C (inkl. Eintritt für Ausstellung der St.-Veits-Schatz und Bildergalerie der Prager Burg):  Normalpreis 350 Kč, ermäßigt 175 Kč, Familienticket 700 Kč. 

Gesamt-Preisliste der Prager Burg als PDF »

 

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