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Franz Kafkas Grab

Infothek

Adresse: Izraelská 712/1, 130 00 Prag 3 - Žižkov

Wegbeschreibung:

Der Neue Jüdische Friedhof liegt gleich bei der Metrostation Želivského (Linie A).

Kartenansicht:

 

Die Beerdigung Franz Kafkas

Kafkas Grab - Von gl:User:Kikooo1984 - gl:User:Kikooo1984, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Franz Kafka starb am 3. Juni 1924 in einem Sanatorium bei Wien. Seine sterblichen Überreste wurden nach dem amtlichen Prozedere in einem verlöteten Metallsarg nach Prag überführt. In dem Zug, der den Sarg transportierte, saßen auch Dora Diamant, Kafkas Freundin, und Robert Klopstock, ein guter Freund Kafkas, die gemeinsam den Todkranken in seinen letzten Wochen und Tagen pflegten und ihm beistanden. Robert Klopstock hat als angehender Mediziner Kafka auch in seinen letzten Stunden mit Morphium versorgt um ihm das Sterben zu erleichtern. Inwieweit er dem drängenden Wunsch Kafkas nach einer tödlichen Dosis nachkam, ist nicht bekannt.

Am Nachmittag des 11. Juni fand dann die Beerdigung im Neuen Jüdischen Friedhof statt. Dem Trauerzug folgten viele Verwandte und Freunde, aber kein Repräsentant des öffentlichen Lebens. Insgesamt versammelten sich weniger als 100 Personen am Grab im Neuen Jüdischen Friedhof um dem Dichter die letzte Ehre zu erweisen.

Der Friedhof wurde 1881 angelegt. In ihm sind viele bedeutende Prager Persönlichkeiten begraben. Bekannte Architekten der Jahrhundertwende, wie Jan Kotěra oder Josef Fanta findet man darunter genauso wie Kafkas Freund Oskar Baum oder den im Jahre 1991 verstorbenen bekannten Philosophen Vilem Flusser.

Der kubistische Grabstein wurde von dem Prager Architekten Leopold Ehrmann entworfen. Später wurden hier auch noch die Eltern Kafkas beigesetzt (1931 Vater Hermann und 1934 Mutter Julie). An der Friedhofsmauer gegenüber dem Grab befindet sich eine Gedenktafel für Max Brod in tschechischer Sprache.

Acht Tage nach der Beerdigung fand eine Gedenkfeier für Kafka am Prager Deutschen Kammertheater statt, die Max Brod organisiert hatte. Die Veranstaltung war bis auf den letzten Platz besetzt und neben Max Brod hielt auch der damals 28-jährige Schriftsteller Johannes Urzidil eine Rede. Danach wurden durch Schauspieler noch einige Texte von Franz Kafka vorgetragen.


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