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Kafkas Werk

Erstausgabe "Das Schloss", Quelle: Wikipedia

Mit dem Ende des Urheberschutzes im Jahre 1994 entstand ein Wildwuchs an Veröffentlichungen der Werke Franz Kafkas. Dabei kann man drei große Editionen an Werkausgaben unterscheiden. Die älteste stammt von Max Brod, Kafkas bestem Freund, die dieser schon bald nach dem Tod Kafkas im Jahre 1924 begann als sein Nachlaßverwalter herauszugeben. Da viele Werke Kafkas, vor allem die Romane, Fragmente darstellen, nahm Brod teilweise größere Eingriffe vor um einen gut lesbaren Kafka bei einem größeren Publikum durchzusetzen. Im Laufe der Zeit regte sich gegen die teilweise willkürlichen Kürzungen, Streichungen und Anordnung der Kapitel immer mehr Kritik in der germanistischen Zunft. So publizierte dann ab 1982 der S. Fischer Verlag, bis dahin auch der Herausgeber der "Brod-Ausgabe", unter der Federführung des Oxforder Literaturwissenschaftlers Malcolm Pasley sowie einem ganzen Stab an Wissenschaftlern, eine kritische Ausgabe, die nach Fassung der Handschriften publiziert wurde und dabei beabsichtigte die Texte weitgehend so zu belassen, wie man sie in den Manuskripten vorfindet. Mit herausgegeben wurden damit umfangreiche Apparat- und Kommentarbände, die genaue Beschreibungen und lebensgeschichtliche Abhandlungen beeinhalten. Der Verlag war zufrieden, die Presse jubelte, aber auch gegen diese Ausgabe regte sich bald Widerstand. Denn wie sich im Vergleich zu den Originaltexten Kafkas feststellen ließ, wurden auch hier editorische Änderungen vorgenommen und auch die manchmal eigenwillige Rechtschreibung Kafkas heutigen Maßstäben angepasst, was einigen zu weit ging. Zudem muss natürlich jede Anordnung von Kapiteln, für die es keine Hinweise des Autors in den Originalschriften gibt, immer willkürlich bleiben, egal wie sorgfältig ein Herausgeber an die Aufgabe herangeht. Darum entstand ab Mitte der neunziger Jahre noch eine weitere "Historisch-Kritische Ausgabe sämtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte" Franz Kafkas im kleinen Stroemfeld-Verlag, die seit dem von Roland Reuß und Peter Staengle herausgegeben wird. Hier werden alle handschriftlichen Zeugnisse systematisch abfotografiert und daneben in einer "diplomatischen Umschrift" als gedruckter Text inklusiver aller Überschreibungen und Streichungen angezeigt. Auch die ursprüngliche Form der Überlieferung der Texte in Kladden (Oktavhefte), in die Kafka so gern geschrieben hat, wurde nachgebildet. So ist z. B. die Ausgabe des Romans "Der Process" in 16 unterschiedlich umfangreichen Bände aufgeteilt. Damit erhält man zwar keine für den Schulgebrauch verwendbare Ausgabe, aber für Kafka-Enthusiasten ist die Stroemfeld-Edition sicher ein faszinierendes Erlebnis.

Zum Inhalt

Im Laufe der nächsten Monate wird es zu einigen Erzählungen kommentierte Textfassungen geben, die auf die frei verfügbaren Publikationen von Wikisource basieren. Den Anfang macht die Erzählung Öffnet internen Link im aktuellen Fenster"Das Urteil", weitere werden folgen. Zudem werden im Bereich "Kafka Themen" werkübergreifende Analysen zu Kafkas Biographie, seinem Werk und seinem Lebensumfeld vorgestellt.

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Die Rubriken im Überblick:

Eine Literaturzusammenstellung zu den wichtigsten Romanen Kafkas, inklusive E-Book-Ausgaben, Audio und Interpretationshilfen.

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Portrait Franz Kafkas 1917

Im Bereich "Kafka-Themen" werden werkübergreifende Analysen zu Kafkas Biographie, seinem Werk und seinem Lebensumfeld vorgestellt.

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In dieser Rubrik werden Erzählungen Kafkas in kommentierter Form erscheinen, inklusive Angaben zur Entstehungs- und Publikationsgeschichte und Literaturempfehlungen.

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Buchempfehlungen zu Franz Kafka:

Aktuell: Unda Hörner "Kafka und Felice"

In dem aktuellen Roman von Unda Hörner wird die schwierige Liebesbeziehung zwischen Franz Kafka und Felice Bauer aus Sicht der Frau erzählt. Lesenswert.


Als Einstieg: Alois Prinz "Auf der Schwelle zum Glück: Die Lebensgeschichte des Franz Kafka"

Das Buch von Alois Prinz erzählt das Leben Franz Kafkas leichtfüßig, aber kenntnisreich. Es eignet sich hervorragend für Kafka-Einsteiger und Schüler um in das Leben und die Welt des Autors einzutauchen.


Biographie de luxe: Reiner Stach: Kafka (drei Bände)

Monumentale und jeden Aspekt des Lebens darstellende Biographie. Dabei hervorragend lesbar, fern ab jeglichen germanistischen "Glasperlenspiels". Ähnlich wie bei Prinz, nur im XXL-Format, rückt bei Stach der Mensch Kafka und sein Lebensumfeld in den Mittelpunkt des Werks. Ein absolutes Muss für Literatur-Freunde.

In Kürze auch als limitierte Gesamtausgabe mit Zusatzband erhältlich.


Biographie und Textanalyse: Peter-André Alt "Franz Kafka - Der ewige Sohn"

Sehr umfangreiches Werk, dass eine vorzügliche Analyse der wichtigsten Texte Kafkas im Kontext seiner Biographie und des gesellschaftlichen Umfelds liefert.



 
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