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Die Prager Karlsbrücke - Die Brückenfiguren

Die Karlsbrücke ist vor allem wegen seiner Brückenfiguren berühmt geworden. Entlang der Brücke reihen sich 30 Plastiken aneinander, die von den bekanntesten Bildhauern ihrer Zeit erstellt wurden. Den Anfang machte die Figur des hl. Nepomuk, die 1683 aufgestellt wurde und den vorläufigen Schlußpunkt bildete die Gruppe des hll. Cyrill und Method, die erst 1938 ihren Platz auf der Brücke fand. Ein Großteil der Figuren wurde während der Barockzeit, genau: in den Jahren von 1706 - 1714, aufgestellt.
Inzwischen sind aufgrund ungünstiger Umwelteinflüße viele der ursprünglichen Plastiken durch Kopien ausgetauscht worden. Wer aber mag, kann sich die Originale im Lapidarium des Nationalmuseums ansehen. Doch mindert das keineswegs den Reiz, der von diesem einmaligem Skulpturen-Ensemble ausgeht.
Die Figuren in der Übersicht
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1 Der heilige Bernhard
1 Der heilige Bernhard
Erstellung:
M. W. Jäckel, 1709.In der MItte der Komposition kann man Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm erkennen. Zu ihrer Linken kniet der heilige Bernhard, der als Bernhard von Clairvaux in die Geschichtsbücher einging. Rechts von ihr sind die Marterwerkzeuge der Kreuzigung angehäuft: das Kreuz, der Schwamm, die Lanze, die Jesus die Hüfte durchbohrt, sowie das Tuch, das neben seinem Antlitz als Symbol einen Hahn zeigt, der das Symbol für den Verrat ist.
Bernhard von Clairveaux, der einer adligen Familie entstammte und um 1090 in Fontaines-les-Dijon geboren wurde, war ein maßgeblicher Klostergründer, der auch großen Einfluß auf die Politik seiner Zeit hatte. Nicht umsonst nannte man ihn den "ungekrönten Papst und Kaiser des Jahrhunderts" und seine Zeit das "Bernhardinische Zeitalter". Bernhard, der selbst 1112 in das Reformkloster Citeaux eintrat, wurde 1115 zum Vorsteher der Abtei gewählt. Von hier aus wirkte er an der Gründung von 68 weiteren Klöstern mit, eine Zahl die bis zu seinem Tod auf 343 anwuchs. Bernhard, der immer die körperliche Arbeit der geistigen vorzug, wurde 1118 Leiter des Zisterzienserordens. Obwohl ihm immer ein asketisches Mönchsideal vorschwebte, war Bernhard durch seine hinreißende Redebegabung einer der geistigen Väter der Kreuzzüge, für die er sich immer vehement einsetzte. Deshalb traf ihn das Scheitern dieser Unternehmungen ganz besonders. Am 20. August 1153 starb Bernhard in Clairvaux.
Da Bernhard als Marienverehrer galt, wird er oft mit ihr zusammen dargestellt. Doch hätte das wohl kaum seine Zustimmung gefunden, da er figürliche Ausgestaltungen ablehnte. -
2 Der heilige Ivo
2 Der heilige Ivo
Erstellung:
M. W. Jäckel, 1711,
Kopie: Frantisek Hergesel, 1908,
Original im Lapidarium des Städtischen Museums.Der heilige Ivo lebte von 1253 bis 1303 und stammte aus der Bretagne und studierte Rechtswissenschaften in Paris, weshalb die Figur auch ein Doktorbarett auf dem Kopf trägt. Im Jahre 1284 wurde er zum Priester geweiht und lebte als Pfarrer in verschiedenen Dörfern. Später zog er sich auf das Gut seiner Eltern zurück und setzte sich selbstlos für die Armen und Angeklagten vor weltlichen Gerichten ein. Dadurch erhielt er den Ehrentitel "Advokat der Armen".
Im Jahre 1347 wurde er von Papst Clemens VI. heilig gesprochen.
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3 Madonna mit dem hl. Dominikus und Thomas von Aquin
3 Madonna mit dem hl. Dominikus und Thomas von Aquin
Erstellung:
M. W. Jäckel, 1708,
Kopie: Frantisek Hergesel, 1908,
Original im Lapidarium des Städtischen Museums.Das Figurenensemble, das die Rosenkranzstatue genannt wird, zeigt in der Mitte die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Rechts von ihr wird der Gründer des Dominikanerordens, der heilige Dominikus (geb. um 1170, gest. 1221), abgebildet, wie er einen Rosenkranz von Maria entgegen nimmmt. Der Legende nach wurde er von Maria in das Rosenkranzgebet eingewiesen und verpflichtete sich zu dessen Verbreitung.
Links von ihr sieht man Thomas von Aquin, wie er mit dem Jesuskind spricht. Diese allegorische Szene symbolisiert die Wichtigkeit der Lehren Jesus im Leben berühmten Philosophen des hohen Mittelalters, der von 1225 bis 1274 lebte.
Unterhalb der Figur der Jungfrau Maria erkennt man eine in Wolken gehüllte Erdkugel sowie einen Hund mit brennendem Kienspan im Maul. Die Flamme ist ein Symbol des Dominikanerordens.
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4 Die heilige Barbara, die heilige Margareta und die heilige Elisabeth
4 Die heilige Barbara, die heilige Margareta und die heilige Elisabeth
Erstellung: Ferdinand Max Brockhoff, 1707,
Kopie: Frantisek Hergesel, 1908,
Original im Lapidarium des Städtischen Museums.In der Mitte dieser Statuengruppe sieht man die heilige Barbara, rechts von ihr die heilige Margarete und links die heilige Elisabeth. Alle drei Frauen waren christliche Märtyrerinenn, die sich ihrem Glauben bedingungslos hingaben und dafür mit dem Leben bezahlten.
Das Muster der Dreiheit findet sich übrigens auf vielen Darstellungen des Mittelalters und frühen Neuzeit.
In der Mitte des Sockel steht die lateinische Inschrift: ORATE PRO NOBIS NVNC ET IN HORA MORTIS (Betet für uns nun und in der Stunde des Todes).
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