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Cafe Slavia in der Literatur

Adresse: Národní 1012/1, Staré Město, 110 00 Prag

Wegbeschreibung:

Am Ende des Wenzelsplatz wechseln Sie links in die "28. října". Die Verlängerung dann ist die Národní, die Sie einfach in Richtung Moldau entlang gehen. Vor der Moldau, auf der linken Seite und gegenüber dem Nationaltheater befindet sich das Cafe Slavia.
Zu erreichen auch mit den Straßenbahnlinien 9,18, 22; Haltestelle Narodni divadlo.

Google-Maps:

 

Referenzen für die Ewigkeit

Cafe Slavia innen

Es ist erstaunlich, wie oft das Slavia literarisch verewigt wurde. Obwohl das Cafehaus vorwiegend von tschechischen Künstlern besucht wurde, waren es vor allem deutschsprachige Autoren, die dem Slavia literarisch ihre Referenz erwiesen. Rilke machte mit seinen frühen Erzählungen "König Bohusch" und "Die Geschwister" wohl den Anfang. Obwohl es bei Rilke "Cafe National" heißt, ist in Wirklichkeit doch das Cafe Slavia gemeint. Die Namensabwandlung ist, natürlich neben der dichterischen Freiheit, vor allem dem Versuch geschuldet, auch in der Namensgebung die nationalistischen Strömungen der Tschechen wiederzugeben, die im Buch thematisiert werden.

Auch in dem Buch "Der Halleysche Komet" von Jaroslav Seifert wurde das Cafe Slavia literarisch verewigt. In dem Gedicht "Cafe Slavia" aus dem Jahre 1967 evoziert Seifert noch einmal erinnerungsträchtig die Bedeutung von Paris, das ja für die Prager Avantgarde in den Jahren um die Jahrhundertwende eine entscheidende Bedeutung hatte. Guillaume Apollinaires Kurzbesuch aus dem Jahre 1902 ist der Ausgangspunkt für das Gedicht, in dem der Blick aus dem Fenster des Cafe Slavia Prag noch einmal für Augenblicke verwandelt:

Dem Dichter zu Ehren wurde Absinth getrunken,
der grüner als alles Grüne ist,
und wenn wir von unserem Tisch aus dem Fenster blickten,
floss die Seine unter dem Kai.
Ach ja, die Seine!"

Selbst einen Roman gibt es mit dem Namen "Cafe Slavia". Er stammt von Ota Filip und wurde 1985 verfasst. Nicht unerwähnt sollen auch die Gedichte von Olly Komenda-Soentgerath und Jiri Grusa bleiben, die mit dem gleichlautenden Titel "Cafe Slavia" ganz unterschiedliche Stimmungen ausdrücken. Während Grusa aufgeräumt frühlingshafte Gefühle wiedergibt, beschreibt Komenda-Soentgerath in ihrem melancholischem Gedicht die Sehnsucht, wie die Vergeblichkeit dieser Sehnsucht nach dem Cafe, das so geschichtsbeladen ist. Die Schlusszeile lautet auch:

"Wir kamen einen Traum zu spät"

Ein Satz, der wohl auch für das heutige Cafe Slavia gilt.


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